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Unser Revier! Unsere Zukunft!

Der Revier-Appell

Unser Revier! Unsere Zukunft!

Gemeinsam haben wir mit der Gewerkschaft IGBCE den sogenannten Revier-Appell verfasst und möchten mit diesem unsere Argumente in die Diskussion um einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung einbringen
Revierappell Olaf Winter // RWE Power AG Unser Revier! Unsere Zukunft!  – Der Revier-Appell

 
Wir fordern belastbare und nachhaltige Zukunftskonzepte für das Rheinische Revier. Wir brauchen einen Einstieg in einen Strukturwandel, der gute Industriearbeit sichert.

JETZT DEN APPELL UNTERZEICHNEN

Das deutsche Wirtschaftswunder wäre ohne die Leistungen und Opfer der Menschen im Rheinischen Braunkohlerevier undenkbar gewesen. Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Appells, haben die Sorge, dass viele Entscheidungsträger in Bund und Land nicht nur den enormen Beitrag des Rheinischen Reviers zum wirtschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik Deutschland vergessen, sondern auch die herausragende industrielle und politische Bedeutung unserer Region für den Wirtschaftsstandort Deutschland aus den Augen verloren haben.

Im Rheinischen Revier ist die Braunkohle ein zentraler Wirtschaftsfaktor. An ihr allein hängen in der Region mehr als 30.000 Arbeitsplätze. Der Teilbetrag der Wertschöpfung aus Braunkohle, der heute in die drei Braunkohlereviere fließt, ist deutlich größer als die Summe der Fördermittel, die in ganz Deutschland für Strukturpolitik zur Verfügung stehen.

Die Bundesregierung will in der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ Maßnahmen vereinbaren, um das für 2030 gesetzte Ziel der CO2-Reduktion zu erreichen und gleichzeitig die Lücke zum für 2020 gesetzten Wert von 40 Prozent Minus gegenüber dem von1990 so weit wie möglich zu schließen. Dazu sollen unter anderem ein Plan zur „schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung, einschließlich eines Abschlussdatums“ entwickelt und Investitionen in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen und Branchen verabredet werden.

Die Pläne verfolgen hunderttausende Mitarbeiter in der Energiewirtschaft und der energieintensiven Industrie mit großer Sorge. Der Pfad für ein Auslaufen der Kohleverstromung ist heute bereits vorgezeichnet - durch in den kommenden Jahrzehnten auslaufende Genehmigungen und dadurch, derzeit keine neuen Kraftwerke gebaut werden. Die Klimaschutzziele 2030 und 2050 lassen sich deshalb auch ohne ein symbolisch gesetztes Ausstiegsdatum für die Kohleverstromung erreichen.

Ein verfrühtes, von Symbolpolitik getriebenes „Abschalten“ würde dagegen schmerzhafte Folgen für die gesamte heimische Industrie haben: Kahlschlag in den Regionen, steigende Energiepreise und Jobabbau. Niemandem ist geholfen, wenn wir uns mit der Energiewende übernehmen.

Die Braunkohle ist vor allem deshalb Deutschlands günstigster Energieträger, weil sie direkt am Ort des Abbaus verstromt wird. Die „lineare Logik“ eines schrittweisen Herunterfahrens funktioniert hier deshalb nicht. „Abschalten“ würde den Strukturbruch und damit Kahlschlag bedeuten!

Diesen geradezu fahrlässigen Umgang mit unserer Heimatregion lassen wir, die Menschen im Rheinischen Revier, uns nicht länger gefallen!

  • Wir fordern belastbare und nachhaltige Zukunftskonzepte für das Rheinische Revier. Wir brauchen keinen überhasteten, unkontrollierten Ausstieg aus der Kohle. 

  • Wir brauchen einen Einstieg in einen Strukturwandel, der gute Industriearbeit sichert.

  • Wir brauchen eine Energiewende, die sozial gerecht, wirtschaftlich vernünftig und ökologisch verantwortungsvoll gestaltet wird. Strom, Wärme und Mobilität müssen bezahlbar sein.

  • Wir brauchen ein weltweit verbindliches Klimaabkommen als wichtigste Voraussetzung für einen wirksamen Klimaschutz. Nur so lässt sich ein fairer Ausgleich zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sicherstellen.

  • Wir brauchen eine Ausrichtung der Energie- und Klimapolitik an der Förderung und Umsetzung von Innovationen.

  • Wir brauchen eine langfristige Strukturpolitik, die dem Revier zu neuer Wirtschaftskraft in vergleichbarer Größenordnung verhilft.

  • Wir wissen, dass die Braunkohleverstromung eine Auslaufphase durchläuft. Aber wir wollen nicht, dass die soziale und wirtschaftliche Zukunft unserer Region auf dem Altar energiepolitischer Glaubensfragen geopfert wird!

  • Wir sprechen uns dafür aus, dass nun endlich Bund, Land, Kommunen und auch das verantwortliche Bergbau betreibende Unternehmen RWE ihre Kräfte bündeln, indem sie gemeinsam und aufeinander abgestimmt in einen klugen, nachhaltigen STRUKTURWANDEL investieren, der in unserer Heimatregion neue, zukunftssträchtige industrielle Arbeitsplätze schafft.

Für uns gilt:
Jetzt muss es ein konsistentes REGIONALES STRUKTURENTWICKLUNGSKONZEPT für das Rheinische Revier und die dazu erforderlichen langfristigen Förderkulissen von Bund, Land und RWE geben, damit neue industrielle Wertschöpfungsketten und Gute Arbeit in vergleichbarem Umfang wie heute existieren. Das gilt selbstverständlich nicht nur für unsere Region, sondern auch für die anderen deutschen Kohleregionen.

In diesem Sinne erwarten wir, dass die Bundesregierung und die NRW-Landesregierung jetzt das Gespräch mit den betroffenen Kommunen und den Beschäftigten im Rheinischen Revier suchen, um die konkreten Forderungen der vor Ort Betroffenen an die eingesetzte Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ zu entwickeln.

Unsere Forderungen, die Erstunterzeichner und die Unterschriftenliste findet ihr im Download

Wenn Sie die Aktion unterstützen möchten, können Sie die Unterschriftenliste für den Appell gerne ausdrucken, unterschreiben und per E-Mail (Scan) oder postalisch an den ver.di Bezirk Linker Niederrhein schicken.

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